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Dunkle Wolken, viel Sonne und starke Musik am Frequency 2011
25.08.2011
Das Frequency 2011 ist Geschichte. Erfolgreich ging das 3-Tages-Event zu Ende. Kurzerhand noch schnell ein „Sold Out“ verhängt, richtig voll war’s aber nur am Foo Fighters-Tag. 140.000 Besucher insgesamt. An die 50.000 sollen es bei den Foo Fighters gewesen sein. Also glauben wir das mal. Drei Tage nur Musik, Sonne und ein bisschen Gewitter. Was am Himmel ausgesehen hat wie das jüngste Gericht fiel binnen 10 Minuten vom Himmel.

Da half auch Elbow’s gutes Zureden nichts. Danach war wieder gute Laune angesagt.

Aber jetzt erstmal von vorne. „Tag 0“ am Frequency. Selbsternannte Kapellen, meist mit Gitarren bestückt, begrüssen Neuankömmlinge am Campingplatz entlang der Traisen mit einem leisen „Voiiii Gaail!!“.

Die besten Plätze am Wasser werden gesichert, ein bisschen planschen, seine erste Palette Bier vernichten und das Festivalkostüm überstülpen (am besten so ausgefallen wie geht), seine Zeltnachbarn begaffen oder einfach nur den Affen rauslassen. Die Partystadt wächst, wer am nächsten Tag kommt, hat quasi schon so gut wie verloren.

Musikalisch brachte der erste Tag ein gutes Mittelfeld. Clueso, der bei sengender Hitze richtige Festivalstimmung unter die Leute brachte, ein richtig guter Auftritt von The National, selbiges galt auch für Two Door Cinema Club und Bombay Bicycle Club auf der Second Stage, 80er Sound von Hurts, düstere Klänge von Interpol und ein abgebrühter Liam Gallagher mit seinen Beady Eye’s in „Pretty Green“-Fashion.


Tag 2. Wo ist Kate Moss?
Böses Erwachen für viele am Tag 2. War es einfach nur der dicke Schädl vom Vorabend oder die Tatsache, dass Kate Moss jetzt doch nicht kommt? (Das Topmodel verbringt ihre freien Tage lieber in Frankreich). Mal ehrlich, musikalisch gesehen völlig schnuppe. Da waren The Kills dann schon wichtiger.

Nicht minder kleiner war die Fangemeinde der schwedischen Friska Viljor, brachten sie auch Material vom neuem Album "The Beginning Of The Beginning Of The End". The View absolvierten ihren Auftritt sitzend, nachdem Sänger Kyle Falconer sich eine Fußverletzung zugezogen hatte und der Auftritt nach verspäteter Anreise auf der Weekender Stage stattfand.

Wäre es nicht Sommer und 34 Grad würde man meinen es wäre Fasching. Von Priestern, Piraten über Nonnen und Ganzkörperstrumpfmasken läuft einem am Gelände alles übern Weg. Ausreisser gibt es immer, aber stilistisch gesehen griffen viele der Kostümierten mit ihrer Auswahl ins Klo. Das Bier am Gelände trank sich gut, auch wenn es immer wieder dieselben Diskussionen über Preis und Marke gibt. Selbiges bei den Speisen. Unter den vielen Standlern trifft man aber dann auch den Metzger seines Vertrauens, der elegant sein Messer über den Leberkäsblock schwingt und auf Nachhaken auch mal ein größeres Stück zum selben Preis herunterfergelt. Hat man dann ein halbes Schwein in der Semmel liegen, merkt man erst, dass die Augen immer größer sind als der Hunger.

Kasabian. Die Revanche.
Highlight des Abends waren ohne Frage Kasabian. Vor 2 Jahren schon mal am Frequency, kämpften sie damals mit der Gunst des Publikums, sich wenigstens ein paar Minuten der Band zu widmen. Dieses mal das komplette Gegenteil. 70 Minuten bombastischer Auftritt der Briten um umjubelndes Publikum. Fantastisch!

Weit schwieriger hatten es Elbow. Großartige Band, die es schwer hatten, Ihr Können unter Beweis zu stellen. War es der Zeitpunkt? Der Status „Geheimtipp“, den die Briten in Österreich immer noch genießen oder einfach die Tatsache, dass sich am Himmel etwas Großes zusammengebraut hatte? Schieben wir die Schuld mal dem Unwetter zu.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt mußte man sich leider eingestehen, dass bei 3 Feet Smaller mehr los war. Die Band vor Elbow sprang als Ersatz für Good Charlotte ein. Laut Veranstalter war dies „ein mehr als würdiger Ersatz“. Vielen Indie-Fans wäre es auch lieb gewesen, einen Ersatz für Deichkind zu finden, die an diesem Tag den Headlinerposten für sich in Anspruch nahmen. So gabs eine Zirkusvorstellung in Neon-Anzügen anstatt coolen Indie-Sound. Kann auch was!

Foo Fighters als Festivalhighlight. Um 01:00 Uhr war Schluß.
Tag 3 gab es eigentlich nur ein Ziel. Foo Fighters! Schon oft konnte man die Foo Fighters in diesem Jahr bei diversen Festivalauftritten via Livestream miterleben. Höhepunkt war dabei der Auftritt am iTunes Festival in London, wo man nicht nur eine Hammershow sah sondern der eskalierende Wutausbruch Dave Grohl’s mit einem Fan (wir berichteten) ein Augenschmaus war. Mittlerweile ist der Clip Hit auf Youtube.

Dass sie die vormals oft gespielte Setlist auch nach Sankt Pölten mitnehmen, war von vornherein klar. Diese liest sich quasi wie ein „Greatest Hits-Werk“. Brav heruntergespielt mit vielen Highlights, einem tollen Publikum und einer Zeitvorgabe vom Veranstalter mussten die Foo Fighters pünktlich um 01:00 Uhr die Bühne räumen.

Simple Plan, Panic! At The Disco. Die eine lieben sie, die anderen hassen sie.
Der Nachmittag am Tag 3 war eigentlich gut besetzt, wenn auch mit Panic! At The Disco und Konsorten. Zweigeteilte Meinung. Die Band zieht die Massen an, wenn auch jene jüngeren Alters. Gleiches trifft Simple Plan und Good Charlotte, die ihre Auftritte zum Unmut vieler jedoch canceln mussten. Schmerzlich die krankheitsbedingte Absage der Vaccines, welche hoffentlich mit einem Einzelkonzert wieder weggemacht wird.

Nightpark.
Was den Nighpark so ungemütlich macht sind nicht nur sein Aussehen und seine kahlen Räume und Hallen. Wer mit Electronic nichts am Hut hat sollte sich gar nicht die Mühe machen, dort hinzufahren. Gute Chancen, rechtzeitig in diesen zu kommen, hat man sowieso nur, wenn man die Pole-Position bei einem der Shuttlebusse ergattert. Für die anderen heißts warten. Ein Ampelsystem regelt den Ein- und Auslass. Im Zick-Zack-Kurs durch auf der Strecke liegengebliebenen FrequencianernInnen, die den Nightpark wohl eher als Schlafstätte als Dancefloor nutzen zu einem der Acts oder DJs. Eine Herausforderung.
 
Ob die Kaserne für den Nightpark nach dem Verkauf Ende August 2011 auch im nächsten Jahr genutzt werden kann, steht noch nicht fest.

Fest steht, dass das Frequency 2012 vom 16. – 18. August über die Bühne gehen wird, laut Aussage des Veranstalters am liebsten wieder in Sankt Pölten, ohne Die Ärzte und den Toten Hosen. Mit tollem Mittelfeld und wieder zwei oder doch drei würdigen Headlinern.
 

25.08.2011, 13:12 von M. Tanki


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Aug
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Frequency Festival
mit Foo Fighters im Line-Up in St. Pölten

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