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Interviews

Björn Kleinhenz im Gasthaus Vorstadt.
15.12.2005
An einem bitterkalten Dienstagabend Mitte Dezember, versammelten sich gezählte 30 Gestalten, um in den Räumlichkeiten des Gasthaus Vorstadt im 16. Wiener Gemeindebezirk den traurig-schönen Darbietungen von Björn Kleinhenz zu widmen. In stimmiger Atmosphäre bei Kerzenlicht entfalteten sich die Lieder des jungen Künstlers ideal, der diesen Anlass nutzte, um sein aktuelles Album „Trans Pony“ (Highlights: „The Strongest Machine“, „Out Of Style“) vorzustellen.

Zwischen den Stücken erheiterte der in Deutschland geborene Schwede sein Publikum mit Restbeständen seines Wortschatzes und knappen, grammatikalisch oft nicht ganz korrekten Aussagen („Ich habe bekommen eine komisch Message heute: ‚Welcome to A1! For further information – taxi info, restaurants etc. – dial 666…’“). Wirklich wichtig sind jedoch die Lieder des talentierten Singer/Songwriters, der auf der Bühne von seinem Bruder Christian an diversen Instrumenten begleitet wird. „On Time Tonight“ oder „Jacky“ lassen beim ersten Hören auf einen alten Hasen des Musikbusiness schließen, nicht ohne Grund wird Björn Kleinhenz oft mit Elliott Smith verglichen.

Nach dem etwas kurz geratenen Konzert spricht der zurückhaltende, etwas wortkarge Sänger im britishrock.cc-Interview über die Bedeutung seines eigenen Labels sowie musikalische Vorbilder.

Wo fühlst du dich selbst beheimatet, musikalisch gesehen?

Ich denke, da gibt es zwei Phasen. Das eine, ganz klassisch, die Punkrock-Schiene, die man in seiner Jugend gemacht hat. Hier ging es vor allem darum, sich den Bewegungen seiner Stadt anzuschließen. Später habe ich dann die ganzen Klassiker entdeckt, hervorragende Singer/Songwriter und beeindruckende Bands, aber auch wunderbare Folk-Sachen. Das ganze hat sich bis heute sehr ausgeweitet: von Neil Young bis Sigur Ros.

Um ganz simpel zu fragen: Was würdest du heute machen, wenn aus dir kein Musiker geworden wäre?

Das kann ich gar nicht sagen, da die Musik immer Mittelpunkt meines Lebens war – und ist.

Wie würdest du deine Entwicklung zur aktuellen Platte „Trans Pony“ beschreiben?

Die Aufnahmen dazu liegen ja bereits zwei Jahre zurück, also ist das für mich ein längst abgeschlossener Prozess. „Trans Pony“ ist irgendwie schon Vergangenheit für mich. Aber im Allgemeinen geht es mehr weg von ganz ruhigen Sachen, wo es nur mich und die Gitarre gibt, hin zu lebhafterem. Ich hätte gerne eine Band, mit all den positiven und auch negativen Begleiterscheinungen. Das ist wirklich sowas wie mein Traum. Auf meinem nächsten Album möchte ich mich zumindest in Sachen Sound in Richtung Band bewegen, also weniger traurige, dafür eher schnelle und laute Aufnahmen machen.

Man hat bei dir das Gefühl, dass du Musik machst wegen der Musik selbst, dem Essentiellen. Ist das so oder sagst du schon, dir ist es wichtig, damit auch Erfolg zu haben?

Man macht Musik ja immer von Beginn an, weil man Musik liebt. Jetzt gibt’s mehr Zirkus deswegen, das ist eben so. Wenn ich jetzt aber zurückdenke an früher, kommt mir das sehr langweilig vor.

Welchen Stellenwert nimmt dein eigenes Label ein?

Ich bin so etwas wie ein Kontrollfreak. Wenn man eine eigene Firma hat, kann man alle Schritte bewusst setzen und überwachen, ist in jede Angelegenheit involviert. Das ganze ist natürlich auch mehr Arbeit, aber weil es um Musik geht, macht es sehr viel Spaß.

Was denkt deiner Meinung nach das Ausland bzw. Schweden über Österreich – auf Musik bezogen sowie allgemein?

Das kann ich eigentlich überhaupt nicht sagen. Ich kenne keine einzige österreichische Band. In Wien bin ich ja nicht zum ersten Mal. Es gefällt mir hier wirklich gut, Wien ist sehr nett und es dürfte hier schon eine gute Musikszene geben.

Hast du irgendeine völlig unkonventionelle, musikalische Leidenschaft? Gibt es vielleicht ein geheimes Idol, welches zuzugeben fast peinlich ist?

Hmm … ich liebe das erste Millencolin-Album. Diese Platte ist sicherlich in meinen Top 5 aller Zeiten. Das hat aber mit der damaligen Zeit und der dazugehörigen Szene zu tun, ich war 13 oder so – mildernde Umstände also. Ich muss aber auch sagen: das war, was mich dazu gebracht hat, selbst Musik zu machen.

Welche Band bzw. welchen Künstler – lebend oder tot – würdest du gerne supporten, wenn du diesen Wunsch frei hättest?

Ich glaub, das ist schon geschehen. Ich durfte bei einem Festival vor Motörhead auftreten, das war geil… (lacht)

… quasi die ideale Einstimmung auf Lemmy und Co., oder?

Genau.

Björn, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin Alles Gute!

Björn Kleinhenz – Gasthaus Vorstadt, 13.12.05  
 

15.12.2005, 21:04 von T. Hochwarter


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