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INTERVIEW mit Schmutzki am TAUBERTAL FESTIVAL 2015
16.08.2015
Gemeinsam mit den drei Jungs von „Schmutzki“ haben wir uns bei tropischen Temperaturen im Backstagebereich des „Taubertal Festivals“ zusammengesetzt.

britishrock.cc: Ihr hattet eben eure Show auf der „Sounds For Nature“ Bühne, wie geht es euch so kurz danach?

Beat: Uns geht es an sich super. Gerade eben haben wir etwas gegessen, weshalb wir uns noch leicht im Fresskoma befinden... Gut, das wäre jetzt vielleicht zu übertrieben - wir haben aber ein bisschen runtergefahren.

Dany: Wir haben jetzt halt auch den vierten Tag Hitze und spielen 2 Mal pro Tag, da wir ja einmal auf dem Campingplatz und einmal auf der Bühne spielen. Also das merkt man dann schon in den Knochen. Aber es war geil. Wir können uns nicht beschweren.

britishrock.cc: Also war euer Zeltplatz Konzert Mob oben auf dem Berg auch gut?

Dany: Ja war super! Wir hatten die größte Gang bisher, ich schätze mal so 500-600 Leute waren es wohl. Wahnsinn! Also das hat sich jetzt so verselbständigt auf eine coole Art und Weise.

britishrock.cc: Eure Sticker sieht man dieses Jahr überall.

(Alle lachen)

Beat + Dany: Damit haben wir nichts zu tun. (gleichzeitig)

Dany: Keine Ahnung wer die druckt.

britishrock.cc: Unser Online Magazin ist aus Österreich, könnt ihr euch unseren Lesern einmal vorstellen?

Beat: Wir sind die Band „Schmutzki“ aus Stuttgart, das ist „Dany“, der Bassist und ich bin „Beat“ der Gitarrist (Anm. britishrock.cc: und Sänger) und „Flo“ ist der Schlagzeuger.

Dany: Der ist gerade verschollen.

Beat: Er prasselt hier irgendwo rum, vielleicht kommt er noch, vielleicht nicht.

Dany: Wir machen Punkrock oder sowas ähnliches, mit deutschen Texten und sind jetzt gerade so in unserem ersten richtigen „Profijahr“. Wir haben unsere erste Platte rausgebracht die „BÄM“ heißt, wir spielen größere Festivals in Deutschland und reißen uns einen Arsch auf, so dass uns viele Leute dieses Jahr kennenlernen.

britishrock.cc: Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Dany: Also es ist so, dass die beiden, „Flo“ und „Beat“ irgendwann schon in den frühen 90er Jahren als kleine Kinder eine Band gegründet haben.

Beat: Wir kennen uns schon von der Schule.

Dany: Und das haben sie ein paar Jahre oder bald 10 Jahre lang gemacht oder so. Ich bin damals, als der Bassist ausgestiegen ist, dazu gekommen. Die Jungs kannte ich aus Konstanz am Bodensee, wo wir alle herkommen. Dort hatte ich auch eine Band und wir haben oft Konzerte zusammen gespielt. Wir haben den Proberaum nebeneinander gehabt und ich bin irgendwann eingestiegen weil ich dachte, es sind lustige Jungs. Dann haben wir da ein bisschen was gemacht mit einer anderen Band und das ging dann schief. Die Band hat sich aufgelöst und wir drei sind übrig geblieben. Ursprünglich waren es einmal fünf Leute. Wir haben dann angefangen Freitag Abends vor dem Party machen in unserem Proberaum vorzuglühen und den Soundtrack dazu zu machen. Unfreiwilliger weise sozusagen und daraus ist dann „Schmutzki“ entstanden und der Sound. Ja und jetzt sind wir hier.

britishrock.cc: Habt ihr von klein auf ein Instrument gelernt?

Beat: Also ich habe zwar mit 8 Jahren angefangen Gitarre zu spielen, aber eher so bei der Hippie Freundin meines Vaters. Das war mehr so Lagerfeuer-mäßig und vor allem mit viel singen parallel. Ich kann fast nicht Noten lesen, also sprich, ich hab eigentlich keine richtige musikalische Ausbildung, sondern kann halt nur Gitarre spielen.

Dany: „Flo“ unser Schlagzeuger ist der einzige bei uns, der tatsächlich so richtig viel Unterricht hatte. Das kommt uns zu Gute weil er der Typ ist, der wirklich spielen kann. Er hält uns sozusagen Bandrhythmisch zusammen. Bei mir ist es so, dass ich irgendwann mit 7 oder 8 Jahren angefangen habe Gitarrenunterricht zu bekommen. Klassische Gitarre. Ich habe es gehasst! Nach zwei Jahren oder so habe ich das dann hingeschmissen und hab gedacht „ich fass nie wieder eine Gitarre an“. Dann hat man angefangen, Punkrock zu hören und ich bin dann zu einem Gitarrenlehrer gekommen, bei dem du einfach eine E-Gitarre in die Hand bekommen hast. Der hat dir dann gezeigt, wie du die Punkrock Riffs spielst auf die man eben steht. Dementsprechend kann auch ich keine Noten lesen aber habe dort dann ein paar Jährchen was gelernt. In dem Moment in dem es aber dann genug war um die eigene Band zu gründen, hat es dann auch gereicht. Bis heute eigentlich.

Der Schlagzeuger „Flo“ findet den Weg zum Interview

Flo: Jaja man hat damals halt so ein bisschen Unterricht gehabt. Aber es ist schon sehr toll wenn man schon sehr früh mit 8, 9 oder 10 Jahren anfängt ein Instrument zu spielen. Weil es einen irgendwie ja auch weiterbringt, gerade Gedanklich glaube ich. Man muss immer in den Unterricht gehen und man muss auch immer was dafür geübt haben.

britishrock.cc: Wer schreibt bei euch die Songs?

Beat: Das ist so teils teils. Also teils kommen vielmals von „Dany“ oder auch von mir die Ideen relativ fertig im Proberaum. Manchmal gibt es aber auch solche spontane „Proberaum - Jam - Actions“, aus denen dann auch Songs werden. Es ist schon so ein Gemeinschaftsprozess. Also vor allem dieses letztendlich irgendwie – „ist es jetzt wirklich ein „Schmutzki“ Song“ und „wollen wir ihn irgendwie auf Platte machen“ oder „wollen wir ihn live spielen“. Es gibt jetzt nicht einen, der die Songs anschleppt und sagt „das spielen wir jetzt weil das ist ein „Schmutzki“ Song“ sondern es ist auf jeden Fall immer ein Gemeinschaftsprozess.

Dany: Du merkst im Proberaum, ob es funktioniert, ob wir das zu dritt rocken können und ob es Spaß macht. Das ist so die erste Hürde, die jeder Song oder jede Idee nehmen muss. Mittlerweile ist es auch so, dass wir öfter so Ideen haben, also Inhaltliche Ideen. Dann fällt einem ein doofer Satz ein und dann denkt man „oh das ist lustig, das passt zu uns“ und dann guckt man halt, dass man die Musik dazu schreibt. Das ist aber immer ganz unterschiedlich.

britishrock.cc: Wie findet ihr eigentlich solche Vergleiche mit anderen Bands? Wir haben zum Beispiel gelesen „Eine Mischung aus den jungen Toten Hosen und The Hives“.

Beat: Das ist doch super. Also ich höre das gerne.

britishrock.cc: Musst du das jetzt sagen, weil ihr die „Toten Hosen“ demnächst Supporten werdet?

Beat: Überhaupt nicht. Also ich muss selber von mir sagen, dass ich jetzt kein Riesen „Hosen“ Fan bin, aber es irgendwie immer geil fand und auch immer gerne auf Konzerten von ihnen war. Vor allem auch die frühen Platten von ihnen gut finde und „The Hives“ ich mein…

Flo: Ich bin ein Riesen „Hives“ Fan. Das ist schon eine geile Band. Da merkt man einfach, dass die eben auch krass spielen können. Sie haben diese Geschwindigkeit und trotzdem ist diese Coolness dabei. Das ist schon sehr gut bei den „Hives“. Schön - sehr schön.

Dany: Die „Hives“ haben die Riffs und die „Hosen“ haben die Hymnen und das versuchen wir auch ein bisschen zusammen zu bringen. Diese zwei Seiten so.

britishrock.cc: Euer Album „BÄM“ war doch schon ziemlich erfolgreich, ist schon das nächste Album bei euch in Planung?

Beat: Natürlich. (lacht)

Dany: Wir sind tatsächlich schon dabei wieder Neue Song Ideen auszuprobieren. Wir haben vor, in den nächsten paar Monaten in die Richtung ein gutes Stück weiter zu kommen und auszuloten, ob wir vielleicht sogar nächstes Jahr schon wieder etwas raushauen können. Das wird man sehen. Wir haben ja im Frühjahr unsere erste eigene Tour gespielt und jetzt im Sommer die ganzen Festivals. Mit unseren Zeltplatz Konzerten haben wir schon viel Erfahrung gesammelt und haben jetzt so das Gefühl, dass wir einen Schritt weiter sind. Auch dass wir neue Themen erschlossen haben und einfach auch wissen, wer wir sind und wer unsere Fans sind und wie das am besten zusammen kommt.

britishrock.cc: Ihr habt eure Jobs gekündigt oder wie genau war das?

Beat: Ich bin der Letzte, der jetzt noch in einer Teilzeit Festanstellung ist, aber ich habe jetzt auf Ende September gekündigt. Dann sind wir alle primär im Namen der Band „Schmutzki“ unterwegs. Auch Job mäßig und machen dann nur so ein paar Sachen nebenher, dass bisschen Kohle reinkommt.

Flo: Ja es ist halt viel zu tun. Du bist entweder am Spielen, am Proben, am Songs Schreiben oder irgendwie aufnehmen. Oder drum herum noch das ganze Zeug mit Videos und anderen Sachen machen.

Dany: Wir machen sehr viel selbst. Wir sind so eine Band, die tatsächlich sehr sehr viel von allem was du über uns Wahrnehmen kannst selbst macht. Wir machen unsere Videos selbst, wir machen unser Design selbst, unsere Marketingpläne wenn man so will… das erfinden wir alles selbst und das ist sehr viel Arbeit. Wir haben zwar mittlerweile auch viel Unterstützung von unserem Management und unserem Label aber uns ist es wichtig, dass wir die Sachen selbst entwickeln und nicht einfach jemandem sagen „macht ihr irgendwas und hängt mal von uns ein Plakat auf oder so“. Da haben wir sehr viel unsere Finger im Spiel, aber das bedeutet eben auch, sehr viel zusätzliche Arbeit zum eigentlichen „Musiker sein“.

britishrock.cc: Ihr habt dem „Wulle“ Bier aus Stuttgart einen Song gewidmet. Erklärt doch mal dem Österreicher was das besondere an „Wulle“ ist.

Dany: Das „Wulle“ ist ein Bier, welches schon seit Anfang des letzten Jahrhunderts eine der ältesten Brauereien in Stuttgart gewesen ist. Nach dem Krieg wurden sie aber aufgekauft.

Flo: So in den Siebziger Jahren nach dem Krieg.

Dany: War das erst in den Siebzigern? Ok.

Flo: Ja, irgendwann gab es eine andere Brauerei die wahrscheinlich mehr Geld hatte und „Wulle“ dann aufgekauft hat.

Dany: Also die Marke wurde aufgekauft und wurde dann eliminiert. Es gab sie nicht mehr.
Das Besondere an diesem Bier ist, dass es halt in einer witzigen Flasche ist.
Mit so einem Schnappverschluss, einem Bügelverschluss. Es ist einfach eine kultige Flasche und ein gutes Bier, welches vor ein paar Jahren wieder reanimiert wurde und das eigentlich genau in dem Style, wie es damals war. Wir sind eigentlich zu der Sache gekommen, weil diese Marke „Wulle“ eigentlich nicht groß Werbung oder irgendwelche Sponsoring Sachen macht. Die unterstützen aber Partys in Stuttgart, indem sie den Leuten einfach Bier geben. Die sagen: „Ihr macht ‘ne coole Party, wir stellen euch das Bier hin für umsonst - macht doch mal“. Wir haben damals unser erstes Video „Disco Diktatur“ bei einer WG Party gedreht. Die beiden (Anm. britishrock.cc: Flo und Beat) haben gemeinsam in einer WG gewohnt und wir haben dann eben von „Wulle“ 10 oder 20 Kisten Bier bekommen, welches dann die Party am Laufen gehalten hat. Das war so der Anfang. Es ist einfach ein geiles Bier, welches gut zu uns passt, auch als Gegenstand. Und von da an haben wir immer mal wieder mit denen Sachen gemacht. So kam uns dann auch irgendwann der Song in den Sinn. Dadurch, dass wir „Wulle“ dazu zwingen wollten, das sie uns sponsern, könnte man sagen. Also jetzt nicht mal, dass sie uns Geld geben, sondern dass wir in Stuttgart „Wulle“ Party machen können. Sie meinten, sowas machen sie nicht, sie machen keine richtige Werbung, kein Sponsoring. Wir haben irgendwann diesen Song gemacht und ein Video gedreht und dann haben sie uns wieder ein bisschen unterstützt, indem sie uns ihren Bus geliehen haben. So ist das. Das passt einfach gut zu uns. Die Leute finden es geil und alle freuen sich. Wir schleppen auch immer ein bisschen „Wulle“ mit, wenn wir auf Tour sind und geben eines oder drei Flaschen von der Bühne runter an die Leute. Das ist einfach eine nette Sache so etwas, das aus Stuttgart kommt, mit dem wir uns verbunden fühlen und was dann auch ein Stück Heimat für uns ist.

britishrock.cc: Bekommt ihr lebenslang Freibier von „Wulle“?

Dany: Im Moment ja.

Beat: Wenn wir es nicht verscheißen schon. Momentan müssen wir anrufen und dann kommt was.

Dany: Das ist ganz geschickt.

Beat: Gefährlich.

Dany: Das ist ganz geschickt und gefährlich.

britishrock.cc: Vielen Dank für das Interview.

Jasmin Zekl und Stephanie Bauer (Copyright: britishrock.cc)

16.08.2015, 00:42 von Jasmin Zekl


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